|
Laktatdiagnostik
Seit Februar haben wir das Angebot des Fitness-Studio um die Laktatdiagnostik erweitert, um unseren Mitgliedern und denen die es werden wollen, eine individuelle optimale Trainingsempfehlung geben zu können, die genauer nicht sein könnte. Das Ausdauertraining nimmt aufgrund seiner gesundheitlichen überragenden Stellung einen breiteren Rahmen im Fitness-Studio ein : Es gilt das Herzinfarktrisiko zu vermindern, die Qualität des Fettstoffwechsels und des immer höher belasteten Immunsystems zu verbessern, den zu hohen Blutdruck, oft in Verbindung mit Übergewicht, zu reduzieren und den durch Beruf hervorgerufenen Stress durch eine trainingsbedingte Vagotonie (absenkende Herzfrequenz) abzufedern und sich allgemein „besser zu fühlen“.
In mehrjähriger Forschungsarbeit entwickelte das Institut für Sportdiagnostik (durch die wir geschult und betreut werden) eine Software. Mit deren Hilfe können auf der Basis der Untersuchungsdaten (ein Stufentest auf dem Ergometer mit ansteigender Belastung) wird am Ende einer jeden Belastungsstufe Blut aus dem Ohrläppchen zur Laktatbestimmung entnommen und ausgewertet. Mit der Protokollierung des Verlaufes der Herzfrequenz, auf allen gängigen Ausdauergeräten, inklusive Spinning, Fatburner und Aerobic mit der laktatgeeichten Herzfrequenz kann wirklich individuell und fettstoffwechseloptimiert trainiert werden. Zweituntersuchungen nach drei Monaten dokumentieren die Leistungsverbesserungen
Warum arbeiten wir mit Laktat? Die Beurteilung und Steuerung der Ausdauerleistungsfähigkeit beruht bei den gängigen Eingangstestverfahren im Fitnessbereich auf die Ermittlung der Herzfrequenz unter Belastung. Es wird versucht, mit verschiedenen rechnerischen Verfahren oder Faustformeln auf den aeroben Trainingsbereich (mit Sauerstoff) zu schließen. Da die Dynamik der Herzfrequenz grundlegend von der Genetik und der Änderung des Energiebedarfs im Muskel (Laktatverhalten) beeinflusst wird, sind all diese Verfahren fehlerhaft. Man kann diesen Bereich mit keinem Testverfahren ermitteln, welches nur die Herzfrequenz in Beziehung zur Leistung setzt. Man kann nur mit Hilfe der Blutlaktatkonzentration bei körperlicher Belastung auf die individuelle Stoffwechselsituation schließen. Dadurch ist es möglich, ganz bestimmte individuelle Laktatkonzentrationen einzuhalten, mit dem Ziel, Kalorien in Form von Fetten zu verlieren und positive Anpassungserscheinungen auszulösen. Ob mehr Fette oder Kohlenhydrate bei einer gegebenen Trainingsbelastung verbraucht werden und wie hoch die Herzfrequenz für das Cardio/Fettstoffwechseltraining oder andere Trainingsziele liegt, entscheidet die Höhe der Blutlaktatkonzentration.
Was ist Laktat? Das saure Stoffwechselprodukt Laktat entsteht dann, wenn während einer intensiven Ausdauerbelastung der Sauerstoff, der über die Atmung aufgenommen wird, nicht ganz ausreicht um den im Muskel benötigten Energiebedarf (ATP, energiereiche Phosphate) zur Muskelkontraktion zu decken. Aerob- und anaerob-lactazide Energiebereitstellungsvorgänge sind parallel verlaufende, miteinander gekoppelte Mechanismen, die je nach Belastungsintensität und -dauer unterschiedlich stark beansprucht werden. Je nach Intensität und Stärke werden die einzelnen Energiewege mehr oder weniger stark beansprucht. Zu Beginn eines Ausdauertrainings (Joggen, Low-Impact-Stunde...) wird die Energie vorwiegend über den anaeroben Weg und mit Laktatbildung bereitgestellt, um die Zeit bis zum „Anlaufen" des Herz-Kreislauf-Systems zu überbrücken. Im weiteren Verlauf wird dann überwiegend aerob gearbeitet. Gleichzeitig wirdaber auch der anaeroblactazide Weg mitgenutzt. Im Blut werden also auch geringe Mengen an Laktat gebildet, die aber sofort aus dem Blut wegtransportiert werden, weil die Sauerstoffzufuhr in diesem Intensitätsbereich noch vollkommen ausreicht. Das im Muskel produzierte Laktat kann in Herz, Leber, Niere und der ruhenden Muskulatur weiter verstoffwechselt werden. Steigert man nun die Intensität weiter - erhöht beim Ergometer etwa die Wattzahl - nimmt die Laktatbildung und -Elimination (Beseitigung,-Verstoffwechselung) zu. Irgendwann wird dabei eine Intensität erreicht, bei der die Bildung gerade noch der Elimination entspricht. Die Sportmedizin bezeichnet diesen Bereich von 4mmol/l als maximale Laktat-steady-state, aerob-anaerobe Schwelle oder Fettstoffwechselgrenze. Dieser Bereich sollte im Cardio-/Fettstoffwechseltraining nicht überschritten werden, weil ein Aufrechterhalten der Laktat-steady-state nicht mehr möglich ist und die Laktatproduktion weit über der möglichen Elimination liegt. Der Schwerpunkt des Ausdauertrainings mit mittlerer und hoher Belastungsdauer für die verschieden Cardiogeräte oder Kurse findet jedoch bei deutlich niedrigeren Laktatkonzentrationen statt, die von der Software (s.o.) auf der Basis der aktuellen Untersuchungsdaten berechnet werden. Die Mitglieder trainieren somit in ihrem optimal eingestellten Trainingsbereich.
|